Karin Fleischmann

Interview zur alternativen Bestattungsform "Friedwald"

Karin Fleischmann Fotos: © mainhattanphoto/Mary Pins
Karin Fleischmann Fotos: © mainhattanphoto/Mary Pins

Zur Person und Hintergrund:

 
Karin Fleischmann ist Mitarbeiterin der FriedWald GmbH und erklärt das FriedWald-Konzept - eine Alternative                                 zum klassischen Friedhof.

Mitten in einem frei zugänglichen Wald ruht die Asche Verstorbener in biologisch abbaubaren Urnen an den Wurzeln von Bäumen. Eine kleine Namenstafel am Baum macht auf die Grabstätte aufmerksam.


FRANKFURT INTERVIEW:

Frau Fleischmann erklären Sie uns bitte das Prinzip des Friedwalds.

 

Karin Fleischmann:

Friedwald ist eine alternative Form der Bestattung. Die Asche Verstorbener ruht in biologisch abbaubaren Urnen an den Wurzeln eines Baumes, mitten in der Natur.

 

 

FRANKFURT INTERVIEW:

Wo gibt es in Deutschland die Möglichkeit dieser alternativen Bestattungsform?

 

Karin Fleischmann:

In Deutschland gibt es inzwischen 56 Standorte, mit denen die in diesem Jahr (2015) noch hinzu kommen.

 

 

FRANKFURT INTERVIEW:

Seit wann kann man diese Form der Bestattung nutzen?

 

Karin Fleischmann:

Der erste Friedwald in Deutschland wurde im Reinhardswald vor 12 Jahren eröffnet. Die Idee kommt aus der Schweiz.

 


FRANKFURT INTERVIEW:

Gibt es hier in der Nähe von Wächtersbach einen Friedwald?

 

Karin Fleischmann:

Den gibt es, und zwar in Gelnhausen-Hailer nicht weit von Wächtersbach entfernt. Dieser Friedwald wurde 2007 eröffnet.

 


FRANKFURT INTERVIEW:

Für wen kommt diese alternative Form der Bestattung in Frage?

 

Karin Fleischmann:

Menschen, deren Angehörige verstreut wohnen, die die Natur gerne haben und die Bestattungsfrage bereits zu ihren Lebzeiten

regeln wollen sind an der Bestattung in einem Friedwald interessiert.

 

 

FRANKFURT INTERVIEW:

Im Friedwald gibt es bestimmte Bäume an denen die Urne beigesetzt wird, wie können Angehörige einen solchen Baum finden, wenn sie die Grabstätte aufsuchen möchten?

 

Karin Fleischmann:

Im Idealfall kann man sich im Friedwald bereits zu Lebzeiten einen Baum aussuchen. Die sogenannten Beerdigungsbäume

in einem Friedwald sind alle vermessen, haben eine Nummer, sind im sogenannten Waldkataster eingetragen und können,

wenn man das möchte, mit GPS gefunden werden.

 

 

FRANKFURT INTERVIEW:

Gibt es auch noch eine andere Methode einen Beerdigungsbaum im Friedwald zu finden?

 

Karin Fleischmann:

Es ist zwar vorgesehen, dass am Baum ein Namensschild angebracht wird, aber nur anhand des Namensschildes wird

die Grabstätte keiner finden. Der Förster, der regelmäßig im Friedwald ist - besonders bei den Waldführungen - kennt den entsprechenden Baum.

 

Es ist das Bestreben da, dass in jedem Friedwald auch ein Plan mit den Bäumen eingerichtet wird - bei vielen gibt es schon

solch einen Plan, auf diese Weise kann man auch den Baum finden.

 


FRANKFURT INTERVIEW:

Welches Interesse gibt es bei Kommunen einen Friedwald in ihrer Gemarkung einzurichten?

 

Karin Fleischmann:

Immer mehr Gemeinden zeigten Interesse an der Einrichtung eines Friedwalds, so dass man hoffe die noch vorhandenen

Lücken in Deutschland bald schliessen zu können.

 


FRANKFURT INTERVIEW:

Für welche Personengruppe würden Sie die alternative Bestattungsform des Friedwald besonders empfehlen?

 

Karin Fleischmann:

Für Menschen, die die regelmäßige Pflege des Grabes ihren Angehörigen nicht zumuten wollen oder die keine Angehörigen haben, bietet der Friedwald Abhilfe, denn im Friedwald übernimmt die Natur die Grabpflege.

 


FRANKFURT INTERVIEW:

Frau Fleischmann wir bedanken uns für das Interview.

 

(Das Interview mit Karin Fleischmann wurde von Klaus Leitzbach auf der Messe Wächtersbach 2015 geführt)

 

 

Weiterführende Links:

 

 

frankurt-interviews.de